Zurück an die Startlinie...

Gestern durfte ich in Barcelona das erste Mal seit meiner Verletzung wieder an der Startlinie stehen. Nach meinem Wadenbeinbruch in Valencia war es für mich ein Rennen, dass mir wieder etwas Selbstvertrauen geben sollte. Der Weg an diese Startlinie war alles andere als einfach.

Nach der Diagnose Weber A Fraktur am 18. November 2017 war zuerst einmal Geduld gefragt. Immerhin konnte ich bereits die Woche darauf mit leichten Krafttrainingseinheiten starten. Nach zwei Wochen wurde dieses Training durch Aquajogging und Schwimmtraining ergänzt. Den Fuss haben wir dabei mit Schiene und Tape stabilisiert, um unnötige "Verrenkungen" zu vermeiden. Am 22. Dezember hatte ich meine Nachkontrolle beim Arzt und durfte meinen Fuss wieder belasten.

Die Zeit im Vacoped hat aber seine Spuren hinterlassen. Bis ich meinen Fuss richtig bewegen konnte hat es doch zwei Wochen gedauert. In der Weihnachtswoche habe ich daher täglich das medizinische Zentrum in Bad Ragaz besucht, um den ein oder anderen Laufkilometer auf dem Alter-G abzuspulen. Hinzu kamen Behandlungen bei meinem Physiotherapeuten. Die ersten Laufkilometer draussen habe ich kurz vor Silvester absolviert. Danach habe ich mir nochmals rund zwei Wochen Zeit gegeben, mich einfach wieder ans "Laufen" zu gewöhnen.

Im Wissen, dass ich am 18. Februar ins Trainingslager fliege habe ich relativ früh den Wunsch geäussert, davor nochmals einen Wettkampf laufen zu dürfen. Ich hänge nicht gerne in der Luft und es ist für mich wichtig zu wissen, wo ich aktuell im Training stehe. Ende Januar habe ich mich zusammen mit meinem Trainer entschieden in Barcelona den Halbmarathon zu laufen. Das eine Bestzeit nicht drin liegt war von Beginn an klar. Meine Trainingseinheiten haben sich bis anhin auf rund 10-12km beschränkt. Lediglich zweimal bin ich über 15km gelaufen. Tempoläufe wurden auf dem Alter G absolviert. Entsprechend habe ich mir für das Rennen in Barcelona keine Vorgaben gemacht. Das Ziel war klar: Einfach mal laufen und schauen was raus kommt.

Gestartet bin ich mit einem Kilometer in 3.27. Das ich eine solche Pace derzeit nicht durchbringen würde war mir klar, entsprechend habe ich danach Tempo rausgenommen. Bis KM 5 habe ich versucht einen Rhythmus zu finden. Ein etwas schwieriges unterfangen, aber danach konnte ich bis KM 12 eine für mich aktuell solide Pace laufen. Ab KM 13-14 habe ich gemerkt wie meine Beine schwerer wurden. Es zeigten sich die fehlenden Kilometer. Einfach locker weiterlaufen habe ich mir gesagt. Ab KM 17 wurde das Laufgefühl wieder etwas besser und ich konnte die letzten Kilometer nochmals etwas schneller laufen als zuvor. Nach 1h 19min und 54 sek war ich im Ziel und einfach nur glücklich. Das wichtigste für mich war, dass ich keine Schmerzen hatte und der Fuss hält. Und mein erster Lauf über 20km im Jahr 2018 habe ich auch abgehackt.

Und nun fliege ich mit einem guten Gefühl kommende Woche ins Trainingslager. Ich werde mich wie vergangenes Jahr wieder in Lanzarote auf meinen Frühlingsmarathon vorbereiten.

Hier aber mal ein grosses Dankeschön an meinen Physiotherapeuten Tom (fisio.li) , Lea Nadig und das medizinische Zentrum in Bad Ragaz. Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen so früh im Jahr 2018 wieder an der Startlinie stehen zu dürfen.

 

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